In Stichpunkten:

Es ist August 2011 - Zeit, diese alten Texte zu überarbeiten und dem aktuellen Stand der Dinge anzupassen. Beim Durchlesen fällt mir auf, wie viel sich doch verändert hat.

Allrounderin

Von der Ausbildung her bin ich - ganz offiziell - Magistra der Japanologie, habe mich jedoch nach meinem Studium im Medienbereich umgeschaut, weitergebildet, habe Praktika bei Fernsehen und Zeitung gemacht, dabei auch immer wieder fürs Internet geschrieben. Ich habe freiberuflich für die Zeitung und Filmproduktionsfirmen gearbeitet, d.h. Artikel geschrieben, die Recherche und das Ausarbeiten von Themen übernommen. Spannend dabei fand ich immer, die Suche nach interessanten Themen und das Recherchieren nach möglichen Protagonisten, Drehorten. Nicht nur, weil es mir viel neues Wissen brachte, sondern weil ich immer wieder mit anderen Menschen Kontakt hatte, mit Themen, die mir selbst noch fremd waren und in die ich mich erst hineinarbeiten musste. Nach und nach wurde die journalistische Arbeit eher zum Hobby, ich habe sie jedoch nicht aus den Augen gelassen und schreibe weiterhin mit Begeisterung meine Reiseberichte. Und wer weiß, was daraus einmal wird.

Außerdem habe ich als Deutsch-Referentin gearbeitet, d.h. ich habe vor allem in Integrationskursen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, von Anfängerkursen bis hin vertretungsweise Mittelstufe. Da ich diese Kurse im Inland mache, war die Unterrichtssprache immer Deutsch.

Zum Schluss habe ich auch als Teamassistentin / Sekretärin (ebenfalls freiberuflich auf Baustellen) gearbeitet und ich arbeite zurzeit immer noch in diesem Bereich (zurzeit angestellt in Museen). Hier gehören zu meinen Aufgaben natürlich die klassischen Sekretariatsaufgaben, aber auch Textkorrektur, Pflege von Internetseiten, Arbeit mit Datenbanken, Organisation, Einholen von Angeboten, Projektmanagement im kleinen Umfang, Bearbeiten von Buchungsanfragen.

Asien-Interessierte

Nach meinem Abitur habe ich sofort mit dem Japanologie-Studium angefangen. Ich werde immer wieder gefragt, warum ich gerade dieses exotische Studium gewählt habe: Ganz einfach. Als Jugendliche habe ich (noch zu DDR-Zeiten) alle Bücher über Japan, die es in der Bibliothek gab, verschlungen. Wahrscheinlich hat mich damals einfach das Fremde, das Andere dieses ostasiatischen Landes angezogen.

Das Studium war lang und teilweise auch hart. Die japanische Sprache ist wahrscheinlich eine der schwierigsten der Welt, alles scheint andersherum. 1993 war ich für sechs Monate in Japan. Es war mein erster längerer Auslandsaufenthalt überhaupt. In Kyoto, der alten Kaiserstadt, habe ich eine Sprachschule besucht und in einer japanischen Gastfamilie gewohnt. Dadurch konnte ich mich danach fließend umgangssprachlich unterhalten. In den Ferien bin dort natürlich auch umher gereist, war in Tokyo, auf dem Fuji-San. Immer wieder bin ich durch die Straßen Kyotos gelaufen und habe mir alles angeschaut. Einige Jahre später fuhr ich noch einmal nach Japan, allerdings nur für drei Wochen, diesmal war es Urlaub. Diese Reisen sind nun einige Jahre her und mein Japanisch mittlerweile eingeschlafen.

Japan ist auf den ersten Blick ein sehr westliches Land. Gerade wenn man in Tokyo ist, fällt das typisch Japanische erst auf dem zweiten Blick auf. Ich war nicht wieder in Japan, dafür interessieren mich die anderen, vor allem (süd)ostasiatischen Länder mindestens genauso. Bis jetzt habe ich nur China (Hongkong, Peking, Shanghai), Nepal (Kathmandu, Everest- und Annapurna-Gebiet) und Indien (Dharamsala, Rajasthan) sowie Tibet (Amdo) kennen lernen können. Vor allem der Buddhismus in diesen Regionen interessiert mich sehr. Die Beschäftigung damit wird immer intensiver, sie ist immer wieder fesselnd, so dass ich etwas für mich und mein Leben mitnehmen kann.

Von Berlin nach München

Aufgewachsen bin ich in Berlin und hatte immer gedacht, dass ich nie Berlin und die Großstadt verlassen werde. Nun, jeder irrt sich mal. Die Großstadt hat natürlich ihre positiven Seiten. Nirgendwo kann man so gut und so oft ins Kino gehen oder abends mal kurz etwas trinken. Schnell kann man sich mit seinen Freunden treffen. Nun lebe ich seit einigen Jahren in München und kann mir mittlerweile sogar vorstellen noch weiter aufs Land zu ziehen.

Diese Entwicklung hängt sicherlich damit zusammen, dass ich von 1992 bis ca. 2005 jeden Sommer auf der Reintalangerhütte gearbeitet und dadurch ein paar Freunde in München gefunden habe. Jetzt lebe ich hier und war anfangs an den Wochenenden, wenn das Wetter schön war, viel in den Bergen unterwegs. Schnell ist man außerhalb, kann radeln, wandern oder klettern. Mittlerweile mit Familie sind diese Bergaktivitäten weniger geworden. Einmal im Jahren machen meine Mutter, Tenzin und ich eine Bergtour. Manchmal kann ich auch Gendun dazu überreden. Ansonsten radeln wir an der Isar entlang, zurzeit noch mit Tenzin im Anhänger, erkunden die Spielplätze der Umgebung oder fahren ins Schwimmbad.

und nach der Arbeit...

In meiner Freizeit kann ich mich meinen sogenannten Hobbies kaum noch widmen. Gitarrenunterricht nehme ich nicht mehr. Angefangen hatte ich damit, als ich etwa 17 Jahre alt war. Auf der Reintalangerhütte war das natürlich immer sehr praktisch. Gleich wurde man vom Hüttenwirt Charly Wehrle zum Musizieren eingespannt. Morgens halb sieben der "Weckruf", abends dann oft noch kleine Konzerte für die Gäste. Höhepunkt war dann das Musiktrekking nach Nepal. Gitarre spiele ich leider kaum noch. Aber ich nehme mir immer wieder vor, die Gitarre mit / wegen Tenzin rauszuholen.

Das Fotografieren ist so eine Leidenschaft von mir. Vor allem mag ich es, kleine Details festzuhalten, sei es nun ein Holzstoß oder Reishalme... Meine erste große Kamera hatte ich mir während meines ersten Japan-Aufenthaltes gekauft, habe mich von dem Klischee (ver-)leiten lassen, dass Japan DAS Land dafür sei. Ich habe den Kauf auch nie bereut, für das Geld war die Kamera gut. Mittlerweile fotografiere ich mit der zweiten kleinen Digitalkamera.

Last but not least - Die Familie

Seit 2004 bin ich verheiratet - mit einem Mann aus Amdo / Tibet, der seit 2005 auch in Deutschland lebt. Ein Jahr später kam unser Sohn auf die Welt. Wir sind beide voll berufstätig, während unser Sohn gut im Kindergarten aufgehoben ist.

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